Projektdokumentation · verständlich erklärt
Eine Wasserrakete,
die weiß wo sie ist
Ein selbstgebauter Flugrechner soll eines Tages eine Rakete aktiv steuern. Bis dahin muss er lernen, wo er ist, was gerade passiert und wie er das nach unten meldet — und das alles auf Elektronik, die selbst erst einmal zuverlässig laufen muss. Diese Erklärungen zeigen, wie das funktioniert — und vor allem, was dabei alles schiefgegangen ist.
Die Erklärungen
jede für sich lesbarWie die Rakete lernt, wo sie ist
Vier Sensoren, und jeder lügt auf seine eigene Art. Wie man daraus trotzdem eine Antwort baut — warum der berühmte Satz „sie weiß, wo sie ist, weil sie weiß, wo sie nicht ist“ tatsächlich stimmt, und warum der Filter sich nach 53 Minuten selbst zerstört hat, obwohl 18 von 18 Tests grün waren.
Woher die Rakete weiß, was gerade passiert
Ein Fallschirm zur falschen Zeit ist schlimmer als keiner. Warum ein Timer die falsche Antwort ist, wie die Rakete ihre Flugphase selbst erkennt, und welche sechs Bedingungen alle stimmen müssen, bevor irgendetwas ausgelöst wird.
Wie die Daten vom Himmel kommen
Eine Funkstrecke, die langsam ist, immer nur in eine Richtung arbeitet und keine Fehler meldet. Warum das Wiederfinden von Paketgrenzen das schwierigste Problem daran ist, wie eine funktionierende Verbindung stundenlang tot aussehen konnte — und wie eine Messreihe eine Regelmäßigkeit zeigte, die es gar nicht gab.
Als das Funkgerät die Uhr kaputtmachte
Der Flugrechner stürzte zuverlässig nach ein bis zwei Sekunden ab. Die Ursache war kein Programmierfehler, sondern ein einzelnes Kabel — gefunden über eine Uhr, die behauptete, es seien neun Tage vergangen.
Das einzige Fenster zur fliegenden Rakete
Sobald die Rakete startet, ist sie unerreichbar. Warum das Aufzeichnen wichtiger ist als das Anzeigen, warum auch gestörte Pakete aufgehoben werden — und warum ein Programm mit Oberfläche 253 automatische Tests hat.
Zwei Megabyte, die drei Minuten halten
Die vollständigen Messdaten passen nicht durch den Funk — die schreibt die Rakete in ihren eigenen Speicher. Warum der schneller voll ist als gedacht, warum eine niedrigere Schreibrate die falsche Antwort darauf ist, und was ein Test mit zu wenig Daten übersieht.
Stand des Flugrechners
Was belegt ist und was nicht, nach Verifikationsgrad getrennt: auf der Hardware belegt, nur im Ruhezustand belegt, und überhaupt nicht. Die dritte Kategorie ist die längste und die wichtigste.
Weitere Kapitel folgen
Diese Sammlung wächst mit dem Projekt. Als Nächstes naheliegend: die Elektronik und ihre Fallstricke, die Bodenstation, der Flugspeicher — und irgendwann, wenn es so weit ist, der erste echte Flug mit allem, was dabei anders kam als gedacht.
Wie man das liest
wenn du nur eine Sache mitnimmstDie Texte lassen sich in beliebiger Reihenfolge lesen. Sie haben aber eine gemeinsame Form, die kein Zufall ist: Jede Erklärung beschreibt nicht nur, was gebaut wurde, sondern auch die Fehlversuche — einschließlich derjenigen, die besonders vernünftig aussahen.
Das ist der eigentliche Inhalt. Eine Lösung zu lesen lehrt wenig; zu sehen, warum drei naheliegende Lösungen davor nicht funktionierten, lehrt viel.